Wieso wird Tik Tok immer mehr zur Wissensplattform für Jugendliche?

"Auf Tik Tok gibt es doch nur Tanzvideos" 

Für die Allermeisten ist Tik Tok als reine Tanzplattform bekannt, was noch aus den Zeiten von Musical.ly wirkt: Eine App in der junge Menschen getanzt haben oder lipsynching Videos gemacht haben.

Tik Tok hat 2018 Music.ly aufgekauft und die Kultur auf der Plattform hat sich deutlich gewandelt. Die Creators sind deutlich diversifizierter und es kamen immer mehr Leute verschiedensten Alters auf die Plattform. 

Es hat sich dann eher zu einer Art Vine + Music.ly gewandelt und es wurde vor allem eine Comedy Plattform – was es bis heute ist.

Ein wesentlicher und interessanter Aspekt der in den letzten 1-2 Jahren dazu gekommen ist der des Wissensaustauschs. Neben Comedy Inhalten werden plötzlich Tipps für Bewerbungen von (@karriereguru), Tipps zum Thema Gründen und Start-Ups von (@startupteens), Tipps und interessantes Wissen zum Thema Rechte von (@herranwalt) und (@recht2go), Tipps zum Thema finanzielles Wachstum von (@teaching.finance) und (@robin_kiera) oder auch Tipps zum Thema Schule und bestimmten Fächern wie Mathe von (@simpleclub.de) und (@daniel.jung), sowie viele, viele weitere interessante Kanäle.

Ich kenne niemanden in meinem Alter, der sich außer bei langen Kursen die Zeit nimmt, um sich neue Themen länger als 5 Minuten anzuschauen. 

Kurze Nuggets sind dadurch die perfekte Lösung, um neue Themen an Jugendliche heranzutragen. In der Schule werden diese Inhalte meistens schwierig transportiert, da es entweder nicht in den Lehrplan reinpasst, halbherzig gemacht wird oder einfach nur Blätter ausgeteilt werden. 

Nun kommt der Moment bei dem die meisten Leute sich denken: Ja, aber der Tik Tok Algroithmus schlägt doch sowieso nur Tanzvideos vor!

Tik Tok hat eine super Möglichkeit für dieses Problem. Es gibt einen Button mit „Nicht interessiert“. Dieser Button ist am Anfang wirklich der beste Freund. Der Algorithmus nimmt diese Änderungen sehr schnell an und schon nach einer wirklich kurzen Zeit bist du auf einer „For You Page“ (die Seite in der App mit den Vorschlägen des Algorithmus) mit wirklich sehr spannenden Inhalten, welche gute Abwechslung bringen für ältere und auch jüngere Menschen.

In der Diskussion ist es selbstverständlich auch wichtig über die Risiken von Tik Tok zu informieren. Tik Tok gehört zu ByteDance und wird wie in einigen Videos und Artikeln berichtet auch von der chinesischen Regierung reguliert und kritische Videos gelöscht. Auch der Aspekt des Datenschutzes ist wichtig, denn die Plattform ist in vielen Punkten ein Datengrab. Es ist wichtig sich davor zu informieren und selber abzuwägen, ob man es nutzen möchte! Laut Statistiken hat Tik Tok mit 52 Minuten am Tag pro User eine hohe Tendenz zur Abhängigkeit und zum zu langen verweilen vieler Jugendlicher am Smartphone durch das Prinzip der kurzen Videos und unendlichem Feed. (Quelle: https://www.oberlo.de/blog/tiktok-statistiken)

Fazit:

Wenn man junge Menschen erreichen will, dann muss man auf den Plattformen der Jugendlichen sein. Facebook fällt raus, LinkedIn leider auch, da einiges an Arbeit fehlt, um Jugendliche vom Konzept zu überzeugen und es zu zeigen und auf Snapchat ist man eigentlich immer nur mit Freunden. Instagram und TikTok sind dann meiner Meinung nach die Wahl, um Wissen an Jugendliche zu tragen und zu vermitteln.

Falls man interessante Themen hat und Wissen mit vor allem Jugendlichen teilen will, dann sollte man Tik Tok auf jeden Fall in betracht ziehen oder mal selber (mit dem kleinen Algorithmus pimp) Tik Tok testen.

Was hältst Du von dem Konzept Lernnuggets für Jugendliche zu produzieren und kennst Du noch weitere interessante Creators auf Tik Tok?

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